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VBT - Fakten und Gedanken zum Ehrenamt
Kunst und Kultur, behinderte Menschen, religiöse Fragen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Hospizbewegung, Natur- und Tierschutz, Sport und Musik…
Die Bereiche, in denen sich Menschen ehrenamtlich engagieren, sind vielfältig. In Russland sind knapp 8 % der Bürger ehrenamtlich tätig, in Polen 14 %, in Portugal 16 %, in Deutschland 20%, in Frankreich 27%, in Großbritannien 42 %, in den Niederlanden 49%, in Schweden 56%. In den USA ist jeder Dritte ehrenamtlich engagiert. (Die Angaben stammen von der Bundeszentrale für politische Bildung und geben den Stand der Jahre 1999/2000 wieder. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren nimmt in Europa deutlich zu!)
Wirtschaft, Politik und Institutionen können nicht alles leisten, um unsere Gesellschaft mit Inhalt, Lebensqualität und Menschenfreundlichkeit zu füllen. Das ist Aufgabe jedes einzelnen Bürgers – im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Ehrenamt tut der Allgemeinheit gut, bringt Erleichterung und Freude in das Leben dessen, dem geholfen wird und stellt auch eine große Bereicherung für die Helfer dar. Etwas Sinnvolles zu tun mit seiner freien Zeit und Kraft, Dankbarkeit zu spüren und konkrete Ergebnisse des eigenen Handelns zu sehen, tut gut und stärkt das Selbstwertgefühl.
Schön wäre, wenn es in Deutschland (wieder) leichter würde, Vereine zu gründen und ehrenamtlich tätig zu werden. Die Abläufe sind derzeit zu kompliziert und zu anstrengend, so dass vielen schon Mut und Lust ausgehen, ehe sie überhaupt begonnen haben, sich zu ehrenamtlich engagieren.
Peter-Michael Mangold
Ich bin einer der ehrenamtlichen Sargträger des VBT.
Mehrmals im Monat fahre ich auf einen der sechs Friedhöfe von Leinfelden-Echterdingen und übernehme dort zusammen mit drei Kollegen/innen die Schließung des Sarges, seinen Transport in die Feierhalle und schließlich zum Grab, wo wir ihn beisetzen. Außerdem bin ich gerade dabei, den Internetauftritt des Vereins neu zu gestalten, wofür mir Mitglieder Material und Anregungen liefern.
Durch einen unerwarteten Trauerfall in der Familie wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr man in Extremsituationen auf guten Rat und fremde Hilfe angewiesen ist.
Durch Zufall hörte ich, dass die Stadt Leinfelden-Echterdingen aus Kostengründen keine Sargträger mehr stellen könne. Ein daraufhin gegründeter Verein habe diese Aufgabe übernommen. Nun suche man Menschen, die bereit sind, als ehrenamtliche Sargträger/innen zu würdevollen Bestattungen beizutragen.
Es ist mir inzwischen eine große Freude, zum Team der Sargträger zu gehören und mitzuhelfen, dass Bestattungen gut und im Sinne der Angehörigen ablaufen. Es ist ein angenehmes Gefühl, der Gesellschaft an einer Stelle zu dienen, die so wichtig ist, aber nur wenig Beachtung und Anerkennung findet.
Ich werde immer wieder gefragt, wie man denn so ein Amt freiwillig übernehmen könne. Dann erzähle ich einfach, um was es geht:
Einem verstorbenen Menschen bei seiner letzten "Reise" in Würde zu begegnen, ihm das letzte Geleit zu geben und den Sarg sicher in das Grab abzulassen. Neue Handgriffe zu lernen, Wind und Wetter zu trotzen, pünktlich zu sein, sich auf die anderen zu verlassen, eine sinnvolle Aufgabe zu haben.
Die Ruhe auf den Friedhöfen erleben zu dürfen, den Wechsel der Jahreszeiten, die unterschiedlichen Zeremonien, große und kleine Trauergemeinden, Musik und Gesänge, Tränen und Fassung. Und dabei auch immer wieder zu sich selbst zu finden, den Fokus neu zu setzen, den Alltag zu vergessen.
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