VBT - Verein zur Förderung der Bestattungs- und Trauerkultur e.V. - 70771 Leinfelden-Echterdingen
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Wenn Kinder sterben 


Wenn ein Kind stirbt, ist es für viele Eltern hilfreich und wichtig, für ihr Kind noch etwas zu tun und nicht alle Handlungen abzugeben. Gerade bei frühverstorbenen Kindern während der Schwangerschaft oder um die Geburt, aber ebenso bei Kleinkindern oder älteren Kindern wird die Abschiedszeit oft als sehr kostbar empfunden. 

Mit der Möglichkeit, dem Kind noch einmal nahe zu sein, es zu sehen und zu spüren, kann der nächste Schritt, es zur Bestattung (und auch innerlich) "frei" zu geben, manchmal etwas leichter gegangen werden. 

Sie möchten Sarg, Kreuz, Urne, Garnituren und Trauerdruck selbst zu gestalten? Dabei wird ein gutes Bestattungsinstitut Sie sicherlich beraten und diesen Wunsch entsprechend berücksichtigen.

Folgende Ideen sollen Anregungen sein, wie die Abschiedszeit zwischen Tod und Bestattung eines Kindes gestaltet werden kann. Es sind Möglichkeiten, aber kein Muss.
Wichtig: Wenn Sie solche oder andere Wünsche haben, stellen Sie   v o r h e r   sicher, dass Ihr Bestatter darauf eingeht. Sollte das nicht der Fall sein, suchen Sie ein anderes Institut. 
Sie sind frei in der Wahl des beauftragten Unternehmens.  
  • Sie dürfen Ihr Kind waschen, einölen oder eincremen.
  • Sie können Kleider auswählen und Ihr Kind selbst ankleiden.
  • Fuß-, Hand- oder Fingerabdrücke können zu einer bleibenden Erinnerung werden.
  • Wenn Sie das möchten, kann ein Foto von Ihrem verstorbenen Kind gemacht werden. 
    Für Angehörige, die in diesem Moment nicht bei einer offenen Aufbahrung Abschied nehmen können oder möchten, mag das Foto vielleicht (viel) später eine wichtige Erinnerung sein.
  • Sie dürfen den Sarg außen und innen selbst gestalten, zum Beispiel mit einem Babyfell, eigener Kuscheldecke, Farbe, Aufklebern oder ähnlichem. 
    Vielleicht mögen Sie Ihr Kind selbst in den Sarg legen oder bei der Einbettung mit dabei sein?
  • Gibt es Kuscheltiere, Spielzeug, eine Lieblingsspieluhr oder anderes, was mit in den Sarg gegeben werden soll? Geschwisterkinder können noch ein Bild malen oder dem verstorbenen Bruder/der verstorbenen Schwester etwas anderes mit in den Sarg geben.
  • Wie soll die Einladung zur Trauerfeier/Beerdigung sein? Trauerkarten können sehr individuell gestaltet werden und auch anders aussehen als beim Tod eines erwachsenen Menschen.
  • Ideen für die Gestaltung der Trauerfeier: 
    Welchen Rahmen soll die Trauerfeier haben? 
    Wer soll dazu eingeladen werden? 
    Möchte jemand von der Familie oder Freund/innen selbst etwas sagen oder musizieren? 
    Es kann eine Fotocollage gestaltet werden, die bei der Trauerfeier aufgestellt wird oder eine Bilderpräsentation gezeigt werden. 
    Gibt es eine Lieblingsmusik des Kindes, die abgespielt werden soll? 
    Sollen die Trauergäste in schwarzer, heller oder bunter Kleidung kommen? 
    Familienmitglieder oder Freund/innen können den Sarg selbst zum Grab tragen. 

    Zum Abschluss der Beerdigung können Luftballons steigen gelassen werden.

Wenn ein Kind stirbt, ist es auch wichtig, die Geschwister in ihrer Trauer nicht zu übersehen und sie - soweit möglich - in alles mit einzubeziehen. 

Sowohl kleinere als auch größere Kinder haben ein Recht auf ihre eigene Trauer und darauf, Abschied zu nehmen. Sie sollten mit eingebunden werden, soweit sie dies selbst wollen. 

Der Anblick des toten Bruders oder der toten Schwester kann in aller Regel auch kleineren Kindern zugemutet werden – damit wird ihnen die Möglichkeit gegeben, den (für sie umso abstrakteren) Tod zu begreifen und möglichen beunruhigenden Phantasien entgegenzuwirken. 

Oftmals haben Geschwister Gestaltungsideen und sind froh, wenn sie diese einbringen dürfen und Aufgaben übernehmen können. Insbesondere kleinere Geschwister fühlen sich oft unerfindlich schuldig für den Tod ihres Bruders oder ihrer Schwester. Es ist für sie entlastend, ihnen in aller Deutlichkeit zu sagen, dass sie nicht schuld am Tod sind.

Literaturempfehlungen

Mechthild Ritter
Wenn ein Kind stirbt. Ein Begleiter für trauernde Eltern und Geschwister. Stuttgart, 2003.
Mögliche Wege der Bewältigung, beschrieben von einer Trauerbegleiterin und Seelsorgerin.

Harriet Kämper/Birgit Pfahl
Mit Trauer leben. Hilfen für verwaiste Eltern und Geschwister. 
Hamburg, 2008.
Eltern und Geschwister erzählen, wie sie allmählich in ihr Leben mit dem Verlust hineingewachsen sind. Das verstorbene Kind bleibt Teil ihres Lebenswegs.

Uwe Hermann
Kinder sterben anders. Eine Hilfe für Betroffene. Gütersloh, 1999.
Berichte von Eltern und Geschwistern über Schmerz und Erschütterung, aber auch über Lebensmut und Zuversicht. Möglichkeiten der Unterstützung werden aufgezeigt.


LINKS zu Selbsthilfeorganisationen: 
www.initiative-regenbogen.de
www.veid.de



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